Buchempfehlung: Der neue Gott. Künstliche Intelligenz und menschliche Sinnsuche

Ist KI der neue Gott? Claudia Paganini untersucht, welche göttlichen Attribute Menschen der KI zuschreiben – und wo ein entscheidender Unterschied liegt: KI ist stets verfügbar. Eine Provokation auch für den Religionsunterricht.

Quelle: Herderverlag

In Ihrem Buch Der neue Gott. Künstliche Intelligenz und menschliche Sinnsuche untersucht Claudia Paganini die Frage, ob Menschen der Künstlichen Intelligenz die gleichen Eigenschaften zuschreiben, die mit Gott bzw. Göttern im Laufe der Religionsgeschichte verbunden wurden, und kommt zu bedenkenswerten Ergebnissen.
Claudia Paganini stellt fest, dass es pankulturell gesehen konstante Attribute gibt und bedürfnis- bzw. kulturabhängige Eigenschaften. In Ihrer Untersuchung arbeitet sie heraus, dass der KI besonders die konstanten Eigenschaften ebenso zugeschrieben werden mit einer Besonderheit: Die Unverfügbarkeit (des abrahamitischen) Gottes, die nach Meinung von Theolog:innen Gott erst als solchen ausmacht, teilt die KI nicht: Sie ist  immer verfügbar und somit auch in Krisenzeiten als imaginiertes Du nicht entzogen. Sobald KI aber göttliche Eigenschaften zugeschrieben werden, darf man sie auch der (klassischen) Kritik der Bestreiter der Existenz Gottes unterziehen. Eine spannende Aufgabe, nicht zuletzt auch für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe.
Das Buch ist im Herder-Verlag erschienen und sowohl gebunden, als auch im EPUB- und PDF-Format erhältlich.