Rainer Mertens
Ansicht. Farbe
Malerei und Übermalungen
2014

4. April bis 1. August 2014
Zum Werk
Wie seine Bilder entstehen und welche Wirkung sie erzeugen beschreibt der Künstler selbst:
Bis etwa Mitte der 90er-Jahre entstanden überwiegend Werke in großflächig angelegter Aquarelltechnik, überarbeitet mit figürlich linearen Zeichnungen in unterschiedlichen Materialien.
Die Arbeiten seit Ende der 90er Jahre sind überwiegend Bilder in Acryltechnik, die als Stammbilder bezeichnet werden können für digital (mit grafischen Computer-Programmen) aufbereitete Zustandsbilder, die die Arbeiten bis heute begleiten und erweitern.
Auf fotografischem Wege werden vorläufige Ergebnisse eigener Werke oder Zwischenzustände von Werken in Bearbeitung dokumentiert. Dabei spielen vor allem die Fokussierung auf die Beleuchtung und die Illusion der Malstruktur eine zentrale Rolle. Die so entstandenen Fotos bilden die Grundlage für einen Teil der Bilder, entweder als in Originalwerke integrierte Collage-Elemente oder als serielle Ergänzung zu Stammwerken. So sind auch Malzustände und Ausschnitte von entstehenden Bildern fotografischer Anlass für digital weiterentwickelte Parallel-Ergebnisse.
Zwischenzustände werden hier also auf fotografischem Wege dokumentiert, bleiben so digital erhalten und damit reproduzierbar. Sie dienen für viele weitere Werke als Grundlage oder sie bilden eine oder mehrere Bild-Schichten. Ein vielschichtig angelegter Wechsel von Realitätsebenen bestimmt die Struktur des Bildes. Die erwartete Materialillusion der fotografischen Wiedergabe von Landschaft oder Figur, die Raumwirkung der Farbe, Anmutung der Farbqualität und die dynamische Gestik der Pinselstruktur sind so in Bezug gesetzt, dass Betrachtende deren Widersprüchlichkeit nicht sofort erfassen.
Anlass für Bildfindungen sind Orte der Natur, deren Stimmungen, Formen und Bewegungen, sowie photografische Porträts, Filmstills (Porträts), vom Bildschirm übernommen. Physiognomie und Ausdruck von Naturelementen sind im Sinne einer poetischen oder magischen Bildwirkung auf Wesentliches reduziert. Vertrautes wird in immer neuen Begegnungen mit geheimnisvollen Schichten und Zuordnungen verfremdet, wobei die Stille nicht ohne latente Unruhe auskommt. Insbesondere das Wiedererkennen von materieller Struktur und von Schlagschatten der Beleuchtung eröffnen eine vordergründig bildwirksame Realität, welche mit den stark stilisierten, gesteigerten Farbstimmungen harmoniert, zugleich aber darauf angelegt ist, vielschichtige und irritierende Assoziationen zu erzeugen.
Die digitalen Programme ermöglichen einen prozesshaften Gestaltungsvorgang, der die Endgültigkeit eines Werkes ständig in Frage stellt. Die Schichten sind so angelegt, dass sie im Ergebnis manchmal sichtbar bleiben, häufig jedoch illusionistisch verschleiernd, verwirrend verwoben wirken. Das Original bleibt dabei erhalten als zentrales Werk, häufig mit mehreren Derivaten. Wo genau die Basis der Werke entsteht und welche Derivate sich wo im Gesamtwerk vereinen und verorten, bleibt im Prozess offen und ohne Ende.
In der Ausstellung zu sehen sind Werke in Acryl-Malerei auf Leinwand und Papier, Acryl-Malerei mit Foto-Collagen, übermalte Fotos und Fotoserien.
Zum Maler
Rainer Mertens wurde 1949 in Rechberg, Kreis Schwäbisch Gmünd, geboren. Nach dem Abitur 1968 in Schwäbisch Gmünd studierte er von 1968 bis 1973 Malerei und Zeichnung an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart sowie Kunstwissenschaft an der Universität Stuttgart. Von 1974 bis 2013 war er als Lehrer für Bildende Kunst am Kreisgymnasium in Titisee-Neustadt tätig. Seit 1972 beteiligte er sich an Ausstellungen, unter anderen 2005/6 zum Thema „SchöpfungsSchichten“, eine Gemeinschaftsausstellung im Institut für Religionspädagogik der Erzdiözese Freiburg. Zuletzt 2013 zeigte er in einer Einzelausstellung unter dem Titel „Schichten 2“ Arbeiten im Kunstforum Hochschwarzwald, Titisee-Neustadt.
Rainer Mertens wurde 1949 in Rechberg, Kreis Schwäbisch Gmünd, geboren. Nach dem Abitur 1968 in Schwäbisch Gmünd studierte er von 1968 bis 1973 Malerei und Zeichnung an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart sowie Kunstwissenschaft an der Universität Stuttgart. Von 1974 bis 2013 war er als Lehrer für Bildende Kunst am Kreisgymnasium in Titisee-Neustadt tätig. Seit 1972 beteiligte er sich an Ausstellungen, unter anderen 2005/6 zum Thema „SchöpfungsSchichten“, eine Gemeinschaftsausstellung im Institut für Religionspädagogik der Erzdiözese Freiburg. Zuletzt 2013 zeigte er in einer Einzelausstellung unter dem Titel „Schichten 2“ Arbeiten im Kunstforum Hochschwarzwald, Titisee-Neustadt.
Vernissage: 4. April 2014 um 19.00 Uhr
Einführung: Prof. Dr. Volker Ellwanger
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