Gründonnerstag: Theologie
2. Theologie
Drei Ereignisse sind am Gründonnerstag bedeutsam: die Fußwaschung, das letzte Abendmahl und das Gebet Jesu im Garten Gethsemane.
Von der Fußwaschung berichtet der Evangelist Johannes (Joh 13,1–19); das letzte Abendmahl ist durch Matthäus, Markus, Lukas und den ersten Korintherbrief des Apostels Paulus (1 Kor 11,13–26) überliefert. Vom Gang zum Ölberg, dem einsamen Gebet Jesu und seiner Gefangennahme im Garten erzählen alle vier Evangelisten.
Die Waschung der Füße war damals den Sklavinnen und Sklaven vorbehalten. Sie fasst die Botschaft des ganzen Lebens Jesu als hingebenden Dienst an andere und Auftrag zusammen: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe“ (Joh 13,15). Mit dem gemeinsamen Mahl haben Jesus und die Apostel das jüdische Pesachmahl gefeiert, wobei an die Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft durch Mose erinnert wird (Ex 12–24). Bei diesem Abschiedsmahl nimmt Jesus zugleich aber auch die aus freiem Willen erfolgte Selbsthingabe am Kreuz vorweg, zeichenhaft verdeutlicht in Brot und Wein (Das ist mein Leib; Das ist mein Blut). Durch diese Einsetzungsworte hat Jesus das Sakrament der Eucharistie begründet (Tut dies zu meinem Gedächtnis!, Lk 22,19b). Teilweise wird im Gründonnerstagsgottesdienst neben der Hostie auch der Empfang der Kelchkommunion angeboten.
