Stichworte T

Tod und Trauern mit Kindern

Artikel „Wie man mit Kindern über Tod und Trauer sprechen kann“
 
Das Nachrichtenportal der katholischen Kirche katholisch.de hat einen Beitrag von Christoph Brüwer veröffentlicht, der zeigt: „Wie man mit Kindern über Tod und Trauer sprechen kann“.
Christoph Brüwer schreibt: „Der Tod gehört zum Leben. Das gilt auch für Kinder. Doch oft sprechen Erwachsene nicht mit ihnen über Verlust und Trauer, weil sie denken, dass Kinder das noch nicht verarbeiten können. Dabei sind diese Gespräche sehr wichtig – und schon früh auch im Alltag möglich.“
 
In dem lesenswerten Beitrag kommen unterschiedliche Fachpersonen zu Wort. Der Artikel kann kostenfrei gelesen werden:
 
IRP-Fachpublikation „Tod und Trauer in der Kita"
 
 
„Wohin geht man, wenn man stirbt?“ „Wohnen die Toten auf dem Friedhof“ „Ist mein Opa jetzt im Himmel?“ Das sind typische Fragen von Kindern, wenn sie sich über den Tod Gedanken machen. Anlass für solche Überlegungen kann eine tote Fliege auf dem Fensterbrett, ein totes Haustier, der Tod eines Angehörigen oder auch eine schwerwiegende Erkrankung eines nahestehenden Menschen sein. Und auch in jedem Abschied steckt schon eine Ahnung von letzten Abschieden – besonders eindrücklich erleben das pädagogische Fachkräfte in Krippengruppen oder U3-Einrichtungen, wenn Kinder ihren Abschieds- und Trennungsschmerz ausdrücken. Wohl auch deswegen gehört die Auseinandersetzung mit Abschied, Tod und Trauer in den Bildungsplänen der Bundesländer bereits für den Elementarbereich dazu – so auch in Baden-Württemberg.
Im Thementeil erschließen Heike Helmchen-Menke, Margret Färber und Erkan Binici, wie der Umgang mit Abschied, Tod und Trauer als Teil des Bildungsauftrags des Orientierungsplans für Erzieherinnen und Erzieher aussehen kann, wie Kinder in Kindergärten und Kitas begleitet werden können, welche religionssensiblen Aspekte bei Kindern aus muslimischen Familien zu bedenken sind und wie pädagogische Fachkräfte eine Standortbestimmung zu eigenen Jenseitsvorstellungen vornehmen können. Schließlich geht es am Ende des Thementeils um die Frage, wie das Team einer Einrichtung mit einem Todesfall im Nahbereich umgehen kann und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.
Im Praxisteil gibt Heike Helmchen-Menke einen Teamimpuls zur Frage, was ein Jeder und eine Jede ins Jenseits mitnehmen würde – als Ausgangspunkt für die Frage, was für das Leben im Diesseits sinnstiftend ist. Ute Leonhardt zeigt in ihrem Beitrag eindrücklich, welche Herausforderungen Abschiede und Trennungssituationen für Kinder in den ersten drei Lebensjahren und deren Eltern bedeuten und wie Erzieherinnen und Erzieher Kinder und Eltern in diesen Phasen unterstützend begleiten können. Aya Schneider schärft den Blick von pädagogischen Fachkräften, in Kinderfragen die philosophische und/oder theologische Dimension zu erkennen und religionssensibel darauf einzugehen. Karin Klink und Stefanie Dieterle geben für Lehrkräfte an Fachschulen für Sozialpädagogik (FSP) einen Einblick, wie sich angehende Erzieherinnen und Erzieher im Rahmen eines Studientages mit den unterschiedlichen Facetten von Sterben, Tod, Beerdigung und Trauer auseinandersetzen können. Margret Färber hat eine Checkliste für eine Akutsituation, wenn jemand stirbt, erstellt, auf der die wichtigsten Handlungsschritte für die Leitung und die Fachkräfte zu finden sind. Heike Helmchen-Menke und Margret Färber schlagen Rituale vor, die trauernden Kindern ebenso wie den nicht direkt betroffenen Kindern Trost, Begleitung und Unterstützung bieten können und bei denen Kinder selbst aktiv werden können, um Trauer zu bewältigen bzw. Trost zu spenden. Eine gottesdienstliche Einheit von Heike Helmchen-Menke mit biblischen Bildern zu Fragen, wohin die Toten gehen, schließt den Praxisteil ab.
Die Medientipps im Serviceteil dieser Publikation zeigen Medien (Themenkarten und Fachbücher) für Erzieherinnen und Erzieher, geeignete Bilderbücher für Kinder in den ersten sechs Lebensjahren und schließlich einen Film sowie eine Internetseite, die für Fachkräfte, das Team und für die Elternarbeit geeignet sind.
Kinder brauchen Sprachbilder, um über das Ende des Lebens, das Sterben, den Tod und die Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tod sprachfähig zu werden. Das ist ein wichtiger Bestandteil religiöser Bildung in Kindergärten und Kitas. Und schließlich ist die Kunst des Abschiednehmens und Trauerns, auch die Kunst zu leben: Gerade die Zusagen des Christentums und der weiteren Weltreligionen zu Fragen nach dem Ende des Lebens und darüber hinaus bestärken Kinder (und Erwachsene) in der Hoffnung auf ein lebenswertes Leben vor dem Tod.
 
Alle bereits erschienenen Ausgaben der Reihe „Erleben&Erfahren. Sinn, Werte und Religion in Kindertageseinrichtungen“ finden Sie hier:
Buchtipps zu Tod und Trauern mit Kindern
Das Referat Elementarpädagogik des IRP bietet eine Literaturliste zum Thema „Tod und Trauer mit Kindern“ an. Darin werden Themenbücher für pädagogische Fachkräfte vorgestellt sowie Bilderbücher für die Arbeit mit Kindern.
 
Dort ist die Liste auch als pdf-Datei abrufbar (ganz nach unten scrollen)
 
Ein Standardwerk stellen wir Ihnen hier direkt vor:
„… plötzlich mit dem Tod konfrontiert. Leitfaden für Kitas mit Notfallplänen, Checklisten und Hilfen zur Trauerbegleitung“ von Margret Färber und Martina Lutz, München 2014.
 
Die Autorinnen beschreiben zunächst, wie vorgegangen werden kann, wenn akut ein Todesfall im Nahbereich der Kita eintritt. Je näher die verstorbene Person der Einrichtung steht, desto mehr ist die Kita involviert. „Wenn ein Kind auf dem Weg zur Kita verunglückt, ein Vater sich suizidiert, ein kleines Geschwisterkind zwei Wochen nach seiner Geburt verstirbt oder eine Mitarbeiterin nach langer Krankheit stirbt.“ Für solche Ernstfälle bietet das Buch praktische Übersichten (wie werden die Kinder informiert und wie die Eltern) und Checklisten, Formulierungshilfen, Hinweise und praxisnahe Anregungen, wie die Erzieherinnen und Erzieher handlungsfähig bleiben. In einem zweiten Schritt werden die Möglichkeiten für pädagogische Fachkräfte aufgezeigt, um Kinder bei der Trauerbegleitung zu unterstützen. Dazu wird die Entwicklung des Todesverständnisses bei Kindern aufgezeigt und praxiserprobte und einfühlsame Möglichkeiten für Gespräche, Rituale, Gebete, Lieder und kreative Angebote vorgestellt.
Der Anhang bietet erste Informationen über das Todesverständnis und Trauerrituale anderer Religionen, damit auch Kinder, deren Familien diesen Religionen angehören sensibel begleitet werden können. Das Buch bietet viele Anregungen, wie eine persönliche und teamorientierte Auseinandersetzung mit dem Tod gelingen kann. Daher ist es nicht nur für einen konkreten Todesfall eine Hilfe, sondern bietet auch Impulse, wie Verlust- und Übergangssituationen in Kindergartenalltag bewusst gestaltet werden können. Besonders beeindrucken die Autorinnen in diesem Buch mit dem sensiblen, behutsamen und gleichzeitig klaren Umgang mit dem Thema Tod.
Die Religionspädagogin und Trauerbegleiterin Margret Färber und die Theologin und Krisenseelsorgerin Martin Lutz haben ein beeindruckendes Buch zum Umgang mit Trauer und Tod vorgelegt, das in jeder Kita stehen sollte.
Weitere Infos zum Buch auf der Seite des Don Bosco Verlages hier
 
Vgl. dazu auch auf der Homepage des Referates Elementarpädagogik des IRP unter "Stichworte A - Z" die Hinweise zur Tod und Trauern mit Kindergartenkindern Dort finden Sie weitere Literaturhinweise und Anregungen.
Bilderbuchtipp zum Thema Tod: Antje Damm, Füchslein in der Kiste (2020)
 
Die Jury des katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises hat für 2021 eine Empfehlungsliste bekannt gegeben. Der diesjährige Schwerpunkt liegt auf Büchern, die Halt und Orientierung in der Krise geben können. Diese Bücher bringen die christliche Botschaft und lenken den Blick auf das, was im Leben zählt. Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt in schweren Zeiten sind Themen, die in den Büchern vorkommen. Für den Elementarbereich sticht das Buch von Antje Damm „Füchslein in der Kiste“ heraus.
Die Jury legt die Aufnahme des Buches auf die Empfehlungsliste dar: „Die Kaninchen, die friedlich auf der Lichtung mit den alten Grabsteinen leben, sind nicht besonders erfreut über den Fuchs, der, beladen mit einer schweren Kiste, eines Tages bei ihnen auftaucht. Doch der alte Fuchs ernährt sich schon lange nur von Tomatensuppe, weil er nicht mehr beißen kann. Aus dem anfänglichen Misstrauen der Kaninchen wird schon bald Neugier und Wertschätzung. Begeistert lauschen sie seinen Geschichten und lernen viel von dem lebenserfahrenen Tier. Auch dem alten Fuchs tun die gemeinsamen Unternehmungen gut. Er ist dankbar für die Zuneigung und Unterstützung seiner jungen Freunde, die an seinem Beispiel erfahren, wie man zufrieden und hoffnungsfroh sterben kann. Am Ende erhält er ein würdiges Begräbnis und wird durch seine Geschichten für immer in Erinnerung bleiben. In kleinen Szenen mit gezeichneten, dann ausgeschnittenen und in einem lebendig ausgestalteten Diorama sehr plastisch inszenierten Figuren erschafft Antje Damm eine ganz eigene künstlerische Welt. Auf dieser Bühne erzählt sie wunderbar leicht und gerade deshalb nachhaltig beeindruckend vom Leben und von der Freude des Miteinanders, vom Abschiednehmen und Sterben und von der tröstlichen Erwartung dessen, was nach dem Tod kommt.“
Das Buch bietet für Kinder im Kindergartenalter einen sehr guten Zugang zum Thema Trauer, Tod und Abschied und sollte in allen Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen vorhanden sein.
IRP-Freiburg, Referat Elementarpädagogik, Heike Helmchen-Menke, Referentin für Elementarpädagogik
 
Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Moritz Verlages: https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Fuechslein-in-der-Kiste.html
 
 
Ein neues Bilderbuch der bewährten Reihe "Wieso, weshalb, warum?" erschließt für Kinder im Kindergartenalter den Umgang mit Tod und Trauer.
Oma Ella ist gestorben und in dem Buch "Abschied, Tod und Trauer" von Patricia Mennen (Ravensburg 2019) erfahren die Betrachter, was Ellas Lebens ausgemacht hat und wann das Leben zu Ende ist. Es wird erschlossen, was passiert, wenn jemand gestorben ist: Zusammenarbeit mit einem Bestatter, Erd- oder Urnenbestattung, Trauerfeier und wie eine(christliche) Beerdigung abläuft. Den Kindern wird erklärt, was ein Friedhof ist. Es wird gezeigt, dass Kinder ihre Trauer ganz unterschiedlich erleben – wo wie auch Erwachsene. Und sie erfahren, was tröstlich ist. Es gibt auch einen Blick darauf, welche alternativen Bestattungsformen es gibt (Seebestattung, Friedwald, Ruhewald) und welche Bestattungsrituale ist in anderen Religionen wie Judentum, Hinduismus oder Islam, gibt. Eine Doppelseite beschäftigt sich mit der Frage „Was passiert nach dem Tod?“. Zentral steht auf dieser Seite „Christen, Juden und Moselms glauben, dass die Seele nach dem Tod zu Gott kommt und dort für immer gut aufgehoben ist. Sie nennen diesen Ort Paradies.“ Die Illustration der Seite orientiert sich aus Bilder des Alten Testamentes der Bibel, vom Frieden unter den Menschen im Einklang mit der Natur. Die Betrachter werden ausdrücklich eingeladen, sich selbst über die eigenen Jenseitsvorstellungen Gedanken zu machen: „Wie stellst du dir den Himmel vor?“
In diesem sensiblen und wertschätzenden Buch wird darauf verzichtet zu sagen, welche der Lehren wahr ist. „Keiner weiß, was nach dem Tod passiert. Rund um die Erde gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Jenseits. Sie alle haben ihre Berechtigung.“ Schließlich gibt das Buch noch einen praktischen Hinweis, im Rahmen der Trauerbewältigung und Erinnerungskultur eine Erinnerungsecke, -kiste oder ein Erinnerungsbuch anzulegen, damit die Verbindung zum Verstorbenen über dessen Tod hinaus sichtbar wird und bleibt.
 
Die Klappen, die den Betrachter auf jeder Doppelseite zum Öffnen einladen, enthalten Illustrationen und Gedanken, die die jeweilige Fragestellung vertiefen.
 
Die Besonderheit des Buches liegt darin, dass es hier gelingt zu zeigen, dass der Tod zum Leben gehört, dass es Trost in der Trauer gibt und dass es religiöse hoffnungsvolle Bilder von einem Leben nach dem Tod gibt.
 
Daher eignet sich das Buch sehr gut, um Kindern auch im Rahmen religiöser Bildung den Bereich Sterben, Tod, Trauer zu erschließen.
 
Besonders für folgende Ziele und Anregungen aus dem Bildungs- und Entwicklungsfeld „Sinn, Werte und Religion“ des „Orientierungsplans für Bildung und Erziehung“ eignet sich das Buch:
 
  • „Wie regt der der Kindergarten an, über Anfang, Ziel und Ende menschlichen Lebens zu philosophieren bzw. zu theologisieren?“ (B6)
  • „Wodurch erleben Kindern eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der sie Ängste und Trauer ausdrücken können und Zuwendung und Trost erfahren?“ (A6)
  • „Wie erfahren Kinder, dass es auf Fragen unterschiedliche – oder auch keine abschließenden Antworten gibt?“ (B6)
  • „Die Kinder kennen und verstehen die christliche Prägung unserer Kultur.“ (Ziel)
Heike Helmchen-Menke, Referentin für Elementarpädagogik am Institut für Religionspädagogik der Erzdiözese Freiburg
 
Bilderbuchtipp: Das Leben und ich. Eine Geschichte über den Tod. Berlin 2017.

Dieses Buch von Elisabeth Helland Larsen vermittelt auf berührende Weise, wie Tod und Leben zusammenhängen. „Ich bin der Tod. So wie das Leben Leben ist, bin ich der Tod“, sagt die freundlich wirkende Gestalt auf dem Fahrrad. „Manche Menschen zünden Kerzen an, wenn sie mich kommen sehen. Andere ziehen die Gardinen zu und hoffen, dass ich vorübergehe.“ Die Gestalt des Todes wird in diesem Buch als fürsorglich und empathisch gezeigt. Wenn der Tod die Menschen holt, dann stützt er sie, leuchtet ihnen den Weg. Beim Tod von kleinen Kindern heißt es, dass er sie trägt „fest an meine Brust gedrückt, während ich sanft und leise eine Melodie summe.“ Den ungeboren Verstorbenen erzählt dieser Tod alles über das Leben und die Liebe „und darüber, in den Herzen der anderen weiterzuleben.“ Und der Tod erzählt, von all den Fragen, die die Menschen haben: „Kommen sie in den Himmel?“, „Werden sie wiedergeboren?“. Der Tod sagt: „Ich gebe jedem eine Antwort. Ich halte nichts verborgen oder geheim.“ Es wird deutlich, dass der Tod im Kreislauf des Lebens dazugehört, um Platz zu schaffen für alles, was Wurzeln schlägt und wächst und für all jene, die auf unserer Erde geboren werden. „Das Leben und ich wohnen zusammen in jedem einzelnen Körper […] und stehen zusammen hinter allen Türen, die geöffnet werden.“ Auch gibt der Tod all denen, die Angst vor ihm haben eine Hoffnung mit: „Liebe kann Trauer und Hass vertreiben. Liebe stirbt nie, selbst wenn sie mich trifft.“ Poetischer ist die biblische Verheißung „Die Liebe hört niemals auf“ selten in einem Kinderbuch formuliert worden. Voller Freundlichkeit, Selbstverständlichkeit und mit warmherzigen Bilder der Illustratorin Marine Schneider gibt dieses Bilderbuch zahlreiche Anlässe, um mit Kindern über das Leben und den Tod zu philosophieren und zu theologisieren.
(IRP-Referentin für Elementarpädagogik Heike Helmchen-Menke)
 
Mehr Informationen auf der Verlagsseite von Kleine Gestalten:
 
„Opa, welche Farbe hat der Tod?“ von Anette Stütze, Verlag Patmos, Ostfildern 2017

Quelle: Verlag Patmos

In diesem einfühlsamen Buch über den Tod ist es eine Hasenfamilie, die sich auf den Tod des Opas vorbereitet. Vor allem der Enkel fragt nach dem Tod und dem Sterben. Der alte Hasenopa beantwortet die Fragen des Enkels geduldig, sachlich und voller Hoffnung. Der Tod hat übrigens keine Farbe, denn „der Tod nimmt alle Farben mit“. Ebenso wenig riecht er oder lässt sich hören. Der Tod kommt und lässt sich nicht vertreiben. „Eine Weile schwiegen sie beide. Leise verging die Zeit. Schließlich sagte der alte Hase: „Weißt du, ich glaube, sterben ist wie eine Reise. Eine Reise ohne Gepäck. Nur die ganze Liebe, die ich in meinem Herzen habe, die nehme ich mit.“ Diese Hoffnung bleibt auch dem Enkel. Nichts geht verloren. Das macht das Sterben und den Tod nicht leichter: „Aber es tut weh, wenn du weg bist. Ich hab dich doch so lieb!“ Der kleine Hase drückte sich noch enger an seinen Hasenopa. „Dann weinst du. Und weinst noch mehr. Immer wieder. So lange es eben dauert. Wenn alle Tränen geweint sind, dann wird es leichter.“ Dem kleinen Hasen kullerte eine erste Träne über die Wange. „Weine nur“, flüsterte der alte Hase und gab ihm einen Kuss auf die Nase. „Tränen tun manchmal gut. Und sie gehören zum Leben. So wie das Lachen.“
Das Hasenkind begleitet den Opa und hält ihm schließlich sogar beim Sterben die Pfote. Auch wenn keine expliziten religiösen Bilder verwendet werden, außer, dass der Opa von seiner Seele spricht, so sprechen beide von der Hoffnung auf die Ewigkeit. Ein Buch das eine gute Unterstützung bieten kann, wenn sich das Sterben eines Angehörigen ankündigt, durch Krankheit oder hohes Alter. Es bietet viele Sprachbilder rund um das Thema Sterben und Tod.
Nähere Informationen auf der Verlagshomepage:
Benjamin, von Elfi Njissen, Verlag Patmos, Ostfildern 2016

Quelle: Verlag Patmos

Aus der Sicht des kleinen Robin erzählt dieses Buch, wie es ist, ein Geschwisterkind kurz nach der Geburt zu verlieren. Robin ist ein Erstklässler und sein kleiner Bruder Benjamin stirbt. Ohne Pathos wird nun die Geschichte des Trauerns erzählt. „Der Doktor sagt, dass Benjamin tot ist. Mama sagt, er ist unterwegs zu den Sternen. Dort ist er dem Mond ganz nah.“ Robin erzählt, dass Oma und Opa viel kommen, dass das Haus etwas in Unordnung ist, dass er oft zur Tante darf, dass der Vater kaum ansprechbar ist und die Mutter viel weint. Er selbst vermisst seinen kleinen Bruder sehr. Seiner Lehrerin kann er sich anvertrauen. Mit ihr zusammen kann er einen Brief mit Wünschen gestalten und an einem Ballon in den Himmel fliegen lassen. Er will, dass seine Eltern wieder glücklich sind. Robin schickt den Brief am Ballon zum Mond, weil die Mutter sagte, dass Benjamin dem Mond nahe sein wird. Und tatsächlich, die Eltern wenden sich nach und nach wieder mehr dem lebenden Sohn zu und die Mutter wird erneut schwanger. Es wird ein Mädchen geboren und die Eltern unternehmen nun auch mit ihm wieder die Dinge, die er so liebte: gemeinsam Kochen, Fahrradfahren, Fußballspielen und Kuscheln.
Das Buch eignet sich besonders dafür, wenn sich im Kindergarten ein Todesfall eines Geschwisterkindes ereignet. Besonders auch die eindrücklichen und gleichzeitig zurückhaltenden Illustrationen werden Kindern viele Details und Eindrücke vermitteln, die helfen, ein trauerndes Kind zu verstehen und die Trauer auch auszuhalten. Erzieherinnen und Erzieher können das Buch in Bedarfsfall gezielt einsetzen.
Nähere Infos auf der Verlagshomepage:
Trauer - Starke Gefühle erleben. 40 Kita-Projektideen zu 5 Bilderbüchern, von Michael Fink, Verlag Beltz 2017

Quelle: Beltz Verlag

Die Projektideen dieser Arbeitshilfe knüpfen an die Bilderbücher „Opas Insel“, „Und was kommt dann?“, „Die besten Beerdigungen der Welt, „Für immer“ und „Nusret und die Kuh“ an und ermöglichen es, von den Geschichten aus, für Kindergartenkinder Zugänge zum starken Gefühl Trauer zu eröffnen. Herausragend ist dabei das Buch „Für immer“, von Kai Lüfftner, http://www.beltz.de/kinder_jugendbuch/produkte/produkt_produktdetails/7748-fuer_immer.html in dem es um den Tod des Vaters eines Kindergartenkindes geht. Selten sind die Erlebnisse und Emotionen bei Tod eines Elternteils für Kinder so schlicht und doch eindrücklich in Worte und ins Bild gefasst worden: Für Egon ist nichts mehr, wie es war. Er hat seinen Vater verloren. Für immer.“Es gibt keine Tabletten gegen das Für immer.[…] Für immer sind zwei kurze Worte. Aber sie sind auch so lang, dass man es sich eigentlich gar nicht vorstellen kann.“ Egon beschreibt, wie hilflos oder übertrieben freundlich sich andere Menschen ihm gegenüber verhalten. Und er fühlt sich „manchmal, als ob ich fallen würde. Und es hört nie auf.“ Auch wenn die Erwachsenen sich als sprachlos erweisen, meint Egon dass es eigentlich ganz klar ist: „Papa kommt nie mehr wieder. Er ist weg. Für immer.“ Die Projektideen zu diesem Buch helfen Erzieherinnen und Erziehern in Todesfällen im Nahbereich durch Philosophieren und Theologisieren mit den Kindern über die Vergänglichkeit von Lebewesen ins Gespräch zu kommen. Einige Aktionen versuchen, durch konkretes Erleben, wie bei einem Friedhofsbesuch, oder beim Gang eines „Irrgarten der Trauer“ Kindern Zugänge zu eröffnen. Ein wichtiges Buch für alle Kitas.
Näheres auf der Verlagshomepage hier:
Mit Kindern trauern, von Edda Reschke, Lahn-Verlag  2016

Quelle: Lahn Verlag

Edda Reschke hat in der Reihe „Mit Kindern …“ bereits einige Werkbücher veröffentlicht. In „Mit Kindern trauern“ ist ihr wieder ein Buch mit Geschichten und Ritualen gelungen, das Erzieherinnen und Erziehern eine gute Unterstützung bietet, um das Thema Trauern in der Kita kindgemäß aufnehmen zu können. Dabei helfen biblische Erzählungen und weitere Geschichten genauso wie die Kreativideen und Gestaltungsvorschläge sich behutsam trauernden Kindern anzunehmen und allen Kindern in der Einrichtung einen Zugang zum Thema zu eröffnen.
Nähere Infos aus der Verlagshomepage:
Bilderbücher und Arbeitsbücher zum Thema Tod und Trauer auf der Homepage des IRP
Hier finden Sie eine Literaturliste mit weiteren Bilderbüchern, Sach- und Arbeitsbüchern rund um den Themenkreis Sterben, Tod und Trauer mit Kindern und für Kitas und Kindergärten:
Ein gutes Internetangebot für Kitas ist eine Seite des gemeinsamen Kinderkanals  der öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF, die sich mit dem Thema Kinder, Trauer und Tod befasst. Eine Einführung finden Sie auf der Homepage des IRP hier:
http://www.irp-freiburg.de/html/stichworte_t.html?&
Internetangebot Tod und Trauer mit Kindern
Ratschläge für den Umgang mit trauernden Kindern im Kindergartenalter bietet eine Internetseite der „Sendung mit dem Elefanten" des WDR.
Kurzfilme für Kindergartenkinder zum Thema „Tod und Trauer" bieten einen Einstieg in das Gespräch zwischen Kindern und Erwachsenen. Die Psychologin Gertraud Finger, die die Freiburger Frühförderstelle des Caritasverbandes leitet, bietet hilfreiche Tipps für Erwachsene.
 
Obwohl sich das Angebot zunächst an Eltern richtet, ist es auch für Erzieherinnen und Erzieher in Kindertageseinrichtungen sehr hilfreich und gut einsetzbar. Die Tipps der Psychologin Gertraud Finger sind für alle Erwachsenen, die mit Kindern leben und/oder arbeiten, eine gute Unterstützung.
 
Der blaue Elefant ist bekannt aus der „Sendung mit der Maus". Die „Sendung mit dem Elefanten" richtet sich an jüngere Kinder im Vorschulalter. Zwei Kurzfilme thematisieren sensibel das Abschiednehmen und das Sterben.
Der Film zum bekannten Kinderbuch „Leb wohl, lieber Dachs" thematisiert das Sterben des alten Dachses, der sich verabschiedet und dessen Freunde nach seinem Tod neuen Mut finden.
In dem anderen Film beerdigen zwei Kinder ihr Haustier, das gestorben ist. Sie zeigen, wie sie ihre tote Wüstenrennmaus aus dem Gehege nehmen und würdevoll beerdigen.
 
Die beiden Filme können auch im Kindergarten angeschaut werden. Die WDR-Redaktion empfiehlt ausdrücklich, dass Kinder die Filme nicht alleine, sondern mit Erwachsenen anschauen sollen, damit sie gleich darüber reden können. Das bietet sich auch als Angebot in Kitas an.
 
In beiden Beiträgen und auch im Interview mit Frau Finger kommt zwar der religiöse Bezug der Frage "Wohin gehen die Toten?" praktisch nicht zur Sprache. Dass z.B. die beiden Jungs, die ihre tote Maus beerdigen, ein Kreuz auf das Grab stellen, wird nicht kommentiert. Bei Anschauen der Filme werden aber auch solche Fragen bei den Kindern aufkommen. Schade, dass die Macher dieser Internetseite den Kindern und den Erwachsenen dafür keine Unterstützung anbieten.
 
Die Filme und Tipps finden Sie auf der Internetseite der Sendung mit dem Elefanten