Interreligiöses Lernen / Weltreligionen
In unserer religiös pluralen Gesellschaft ist es für Kinder wichtig, sich in den großen Weltreligionen zu orientieren. Neue Veröffentlichungen und Linktipps unterstützen pädagogisches Fachpersonal bei der religiösen Bildung in Bezug auf interreligiöses Lernen:
Fachbeitrag: Die Kinder der Religionen
Die Wochenzeitschrift Christ in der Gegenwart hat einen Beitrag zum Thema „Die Kinder der Religionen" veröffentlicht (Nummer 41/2012, S. 457).Darin wird die Vielfalt der Religionen und des Religiösen in Kindergärten und Kitas als besondere Herausforderung für die Gesellschaft gesehen.
Bereits im Kindergarten ist die kulturelle und religiöse Pluralität unserer Gesellschaft angekommen. Der Beitrag zeigt, dass Kindergärten durch religiöse Bildung einen Beitrag zum Erhalt des gesellschafltichen Friedens leisten können. Es wird deutlich, dass zur Identitätsentwicklung eines jeden Menschen die Auseinandersetzung mit Religion beziehungsweise mit Religionen in einem pluralen Umfeld dazugehört.
Im Beitrag werden wichtige Veröffentlichungen zu diesem Thema kurz vorgestellt. Autorin ist Heike Helmchen-Menke
Die Zeitschrift „Christ in der Gegenwart" hat den Beitrag freundlicherweise als PDF-Datei zur Verfügung gestellt:
Fachbeitrag zu interkultureller Kompetenz in Kitas
Das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) hat auf seiner Homepage einen Fachbeitrag zu interkultureller Kompetenz in Kitas veröffentlicht. Interkulturelle Kompetenz ist auch für den Bereich der religiösen Bildung sowie für den Bereich der interreligiösen Bildung eine Schlüsselkompetenz.
Im Themenheft von Ariane Gernhardt, Karsten Herrmann und Maria Korte-Rüther werden zunächst die demographischen und bildungspolitischen Hintergründe aufgezeigt, um dann den Begriff der Kultur zu definieren und zwei grundlegende kulturelle Modelle vorzustellen. Hiervon ausgehend wird ausgeführt, was Interkulturelle Kompetenz ist und wie sie nachhaltig in der Kita-Praxis implementiert werden kann. Abgerundet wird das Themenheft durch eine Reihe von Projekt-Beispielen zur Förderung des interkulturellen Miteinanders.
Das Heft ist auf der Homepage des Instituts kostenfrei zum Download bereitgestellt:
Kinder erklären die Weltreligionen
Der Hessische Rundfunk bietet die Website Kinderfunkkolleg Trialog an. In kurzen Radiobeiträgen erklären Kinder die großen Weltreligionen mit ihren jeweiligen Besonderheiten. Die Beiträge sind unter medienpädagogischer Begleitung entstanden.
Die Beiträge eigenen sich bereits für den Bereich Kindergarten und Kita. Ausschnitte oder auch ganze Hörbeiträge können mit Kindergartenkindern angehört werden. Die Kinder werden dann an den Themen weiterdenken. Außerdem eigenen sich die Hörbeiträge um Kinder zu motivieren, selbst tätig zu werden und in einer medienpädagogischen Einheit mit Mikrofon und Aufnahmegerät selbst Beiträge zu religiösen, philosophischen und theologischen Fragen aufzunehmen.
Die Beiträge sind auch für Erzieherinnen und Erzieher eine gute Informationsquelle zu den jeweiligen Fragen.
Das Funkkolleg für Kinder ist ein Projekt von hr2-kultur und der Herbert Quandt-Stiftung in Kooperation mit dem Arbeitskreis Radio und Schule des Hessischen Kultusministeriums, der Stiftung Zuhören und der Goethe-Universität Frankfurt.
Link-Tipp: Interreligiöse Bildung im Kindergarten beim Netzwerk für frühkindliche Bildung „Biber"
Das Netzwerk für frühkindliche Bildung "Biber" hat seine Blickpunktseiten dem Thema "Interreligiöse Bildung im Kindergarten" gewidmet. Darin werden Literaturtipps und Buchbesprechungen vorgestellt, es findet sich ein Interview mit Prof. A. Biesinger zum Projekt "Meine Religion - Deine Religion" und Gedanken und Wünsche von Eltern. Eine interessante Seite zum Stöbern bei Bibernetz.de: http://
www.bibernetz.de/wws/interreligioese-bildung-im-kindergarten.html
Buchtipp: Frieder Harz „Interreligiöse Erziehung und Bildung in Kitas" (2014)
Viele Erzieherinnen und Erzieher erleben, dass in den Kitas die kulturelle und religiöse Vielfalt zunimmt. Kinder wachsen in einer Gesellschaft auf, in der auch die religiöse Pluralität immer größer wird. Immer mehr Kinder kommen aus muslimischen Familien, einige Eltern sind jüdischen Glaubens, Hinduisten oder Buddhisten. Eine wachsende Gruppe stellen auch Kinder dar, deren Eltern kein religiöses Bekenntnis haben. Diese Vielfalt ist für unsere Gesellschaft und den Frieden innerhalb der Gesellschaft eine große Herausforderung. Untersuchungen bestätigen: schon früh können Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten viel für Toleranz, Verständigung und gegenseitige Wertschätzung tun. Kompetenzen für interreligiöses Lernen werden für pädagogisches Fachpersonal wie auch für die Kinder in den Kindertageseinrichtungen daher immer wichtiger. Der bekannte evangelische Theologe und Religionspädagoge Frieder Harz hat dazu ein Buch vorgelegt, das für jede Einrichtung ein Bereicherung darstellt: Interreligiöse Erziehung und Bildung in Kitas (Verlag Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2014). Dem Autor gelingt es, pädagogisches Fachpersonal und auch Verantwortliche in Aus- und Fortbildung von Erzieherinnen und Erziehern und auch die Träger zu sensibilisieren, dass der Bereich der interkulturellen und interreligiösen Bildung ein wichtigen Baustein in der Entwicklung von Kinder bildet. Dazu verweist er auf die Bildungspläne der Bundesländer für den Elementarbereich ebenso wie auf die konkret erlebbare religiöse Vielfalt in unserer Gesellschaft. Er zeigt Konzeptionen, wie mit dieser Vielfalt umgegangen werden kann und zeigt, dass interreligiöses Lernen mehr bedeute als das bloße Wahrnehmen, wie sich Religionen zeigen. Vielmehr braucht es das Einlassen auf religiöse Praxis und Überzeugungen. Breiten Raum nimmt daher auch das Kapitel „Die eigene Haltung im Umgang mit religiöser Vielfalt in der Kita“ ein. Darin geht es auch um die Elternarbeit. In verschiedenen Dimensionen zeigt Frieder Harz dann auch die konkreten Handlungsfelder: Bei Kirchenraumerfahrungen, Feiern von religiösen Festen, beim Erzählen und führen von kindertheologischen Gesprächen, beim liturgischen Spiel (z.B. Krippenspiel), beim Beten und bei biografischen Anlässen. Hier spürt man, dass die angesprochenen Situationen mitten aus dem Kita-Alltag stammen. Abschließen erschließt ein Kapitel den pädagogischen Fachkräften die Grundlinien der großen Weltreligionen: Orthodoxes Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus. Auf diese Weise erlangen Erzieherinnen und Erzieher das nötige Fachwissen über die Religiösen für den Bereich des interreligiösen Lernens.
Ein ausführliches Stichwort- und vor allem auch ein Beispielregister sorgen dafür, dass sich Leserinnen und Leser im Buch leicht zurechtfinden und auch bei Einzelfragen schnell die entsprechenden Seiten finden.
Ein Fachbuch, das in keiner Einrichtung fehlen sollte.
(IRP-Freiburg, Heike Helmchen-Menke)
Monika und Udo Tworuschka, Die Weltreligionen Kindern erklärt, Gütersloh 2013
Mit der hervorragenden Neuausgabe des Buches bieten die Religionswissenschaftler einen guten Überblick über die großen Weltreligionen für Kinder und Erwachsene.
Die Deutsche Liga für das Kind
empfiehlt für die religiöse Bildung im Elementarbereich, das Interreligiöse in der eigenen Religion zu entdecken.
Die Deutsche Liga für das Kind ist ein bundesweit tätiger interdisziplinärer Zusammenschluss zahlreicher Verbände und Organisationen aus dem Bereich der frühen Kindheit. Ziel der Liga ist es, die seelische Gesundheit von Kindern zu fördern und ihre Rechte und Entwicklungschancen in allen Lebensbereichen zu verbessern. Zu den mehr als 250 Mitgliedsorganisationen gehören u.a. wissenschaftliche Gesellschaften, kinderärztliche- und psychologische Vereinigungen, Familien- und Jugendhilfeverbände.
Auf der Homepage der „Deutschen Liga für das Kind“ hat Rabeya Müller, Leiterin des Instituts für Interreligiöse Pädagogik und Didaktik in Köln, einen Beitrag veröffentlicht, der sich mit dem Thema des interreligiösen Lernens in Kindergärten befasst. Die Autorin ermutigt, das „Interreligiöse in der eigenen Religion zu entdecken“. Den anregenden Beitrag finden Sie hier: http://liga-kind.de/fk-306-mueller/
Bildkarten Symbole der Weltreligionen (München 2014)
In der empfehlenswerten Reihe „Bildkarten für Kindergarten, Schule und Gemeinde“ sind neu die „Bildkarten Symbole der Weltreligionen“ des Theologen und Lehrers Wolfgang Hinrichs erschienen (Verlag Don Bosco, München 2014). Die 30 Karten zeigen jeweils sechs elementare Symbole der großen Weltreligionen (Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus). In einem kleinen Begleitheft beschreibt der Autor in prägnanter Weise auf einer Seite die Religionen und benennt die jeweiligen Symbole. Das sind Kerzen, religiös bedeutsame Kleidungsstücke und Gebäude oder Erkennungszeichen der Religionen. Einige didaktische Tipps schließen das Heft ab. Mit diesen Basisinformationen können pädagogische Fachkräfte die Karten gewinnbringend einsetzen. Obwohl der Verlag die Karten erst ab sechs Jahren empfiehlt, werden auch jüngere Kinder die „spielerisch-dingliche Annäherung an komplexe Sinnsysteme“ mitmachen können.
Nähere Informationen auf der Homepage des Don Bosco Verlages
hier Weltreligionen: Was uns verbindet. Bildkarten für das Erzähltheater, München 2013
Die Bildkarten für das Erzähltheater eigenen sich, um mit Kindern ab 5 Jahren über verschiedene Religionen ins Gespräch zu kommen. Die Illustrationen auf den Karten zeigen z.B. Kinder bei verschiedenen Gebetshaltungen; Skizzen von Gotteshäusern; gottesdienstliche Versammlungen oder Symbole der großen Weltreligionen. Die Texte zu den Bildkarten sind erst für Schulkinder einsetzbar, geben aber pädagogischen Fachkräften Impulse an die Hand, wie sie auch mit Kindergartenkindern über die Bildkarten ins Gespräch kommen können. Dabei braucht die pädagogische Fachkraft Grundwissen über die Weltreligionen, damit sie die Karten richtig deutet und die Fragen der Kinder beantworten kann.(Text von Ester Hebert mit Illustrationen von Christian Badel). Nähere Infos auf der Verlagsseite: hier
Feste der Weltreligionen im Kindergartenjahr
Das Buch der Religionspädagogin Dr. Doris Ziebritzki „Wir wollen zusammen feiern. Feste der Weltreligionen im Kindergartenjahr" aus dem Verlag Herder (Freiburg 2012) zeigt Möglichkeiten, religiöse Feiern im Kindergartenjahr für das religiöse Lernen fruchtbar zu machen.
Die Autorin gibt Impulse, wie in Kindergärten die Feste der Weltreligionen gefeiert werden können, ohne dass die Unterschiede verwischen: „Wirklich feiern kann ich nur die Feste meiner eigenen Religion, weil ich daran glaube, was gefeiert wird. Als Gast kann ich aber am Fest einer anderen Religion jederzeit teilnehmen. Dadurch drücke ich meinen Respekt für meine eigene Religion, aber auch für die fremde Religion aus." Dieser Ansatz wird auch von der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland mitgetragen. Das Buch zeichnet sich dadurch aus, dass es eine ganz klare Übersicht über die jeweiligen Feste der Religionen gibt. Erst erläutert die Autorin, was jeweils gefeiert wird und anschließend gibt sie konkrete Tipps zu möglichen Abläufen von Feiern. Dabei gibt sie genaue Hinweise, wie Kinder der unterschiedlichen Religionen in diesen Feiern angesprochen und beteiligt werden können. Durch die knappen und fundierten Informationen zu den wichtigsten Festen der Weltreligionen ist das Buch zugleich eine Einführung in die Weltreligionen Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus und Hinduismis für pädagogisches Fachpersonal.
Das Buch ist für Kindertageseinrichtungen in jeder Trägerschaft zu empfehlen.
Buchtipp „Religiöse Vielfalt in der Kita" (Berlin 2012)
„Religiöse Vielfalt in der Kita. So gelingt interreligiöse und interkulturelle Bildung in der Praxis", hrsg. von Anke Edelbrock, Albert Biesinger und Friedrich Schweitzer (Berlin, 2012). Die Herausgeber haben auf der Basis des Tübinger Forschungsprojektes „Interkulturelle und interreligiöse Erziehung in Kitas" Best Practice Beispiele aus ganz Deutschland dokumentiert, sowie Empfehlungen für Erzieherinnenteams, Träger, Elternarbeit und Aus- und Fortbildung formuliert. Ein herausragendes Buch für Einrichtungen jeder Trägerschaft. Nähere Infos hier>>.
Das Buch ist ein Ergebnis der Forschungen um die Tübinger Forschungsgruppe „Interreligiöses Lernen", die ihre detaillierten Ergebnisse in mehreren Bänden vorstellen: Bei einer Fachtagung am 13. Dezember 2011 in Berlin zum Thema „Mein Gott, Dein Gott – kein Gott?“ von der Stiftung Ravensburger und der Forschungsgruppe „Interreligiöses Lernen“ an der Uni Tübingen wurden die Forschungergebnisse des Uni-Projektes präsentiert. Sie sind in den empfehlenswerten Bänden der Reihe „Interreligiöse und Interkulturelle Bildung im Kindesalter“ nachzulesen, die von Albert Biesinger, Anke Edelbrock und Friedrich Schweitzer im Waxmann-Verlag herausgegeben wurden:
„Wie viele Götter sind im Himmel? Religiöse Differenzwahrnehmung im Kindesalter“ (Bd. 1), 2010;
„Auf die Eltern kommt es an!“ (Bd. 2), 2011
„Interreligiöse und Interkulturelle Bildung in der Kita. Repräsentativbefragung von Erzieherinnen“ (Bd. 3), 2011
„Die Weltreligionen entdecken. Arbeitshilfen Religionskunde“
Eine Arbeitshilfe unterstützt Erzieherinnen und Erzieher beim interreligiösen Lernen in Kitas: „Die Weltreligionen entdecken. Arbeitshilfen Religionskunde“ vom
Kindermissionswerk „Die Sterinsinger" (Achen, 1/2012)
„Kaum noch eine Kindertagesstätte, in der nicht Kinder verschiedener Nationalitäten und Religionen zusammen spielen", so heißt es im Vorwort von Prälat Dr. Klaus Krämer. Daher will dieses Heft einladen „Türen zu Kirche, Moschee, Synagoge oder Tempel zu öffnen und einige Aspekte der Weltreligionen kennenzulernen, die in den verschiedenen Gebetshäusern gefeiert werden." Für die Erzieher/innen und für die Kinder soll es darum gehen, mit Neugier und Freude „Vertrautes wiederzufinden, Neues zu entdecken und Fremdes wertzuschätzen."
Geschichten, Lieder, Lernspiele und ein Weltpuzzle geben Kindern einen Einblick in das Leben und den Glauben von Kindern anderer Religionen. So soll das Besondere und das Gemeinsame von Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus für Kinder erschlossen werden.
Weihnachten interreligiös
In der Reihe „Biblische Geschichten im Elementarbereich in Begegnung mit Judentum und Islam" (des EB-Verlags) hat Hildegard Jamal das Buch „Weihnachten. Jesu Geburt. Mit Kindern Gott entdecken. Mit Natur gestalten. Mit Figuren erzählen" herausgegeben (Berlin 2009). Dort wird die Geburt Jesu aus jüdischer, christlicher und aus islamischer Sicht erläutert und anhand konkreter religionspädagogischer Praxiseinheiten gezeigt. Das Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung der Herausforderung in unserer multireligiösen Gesellschaft, den Kern der biblischen Weihnachtsbotschaft Kindern zu erschließen.
Nähere Infos beim EB-Verlag