Mit dem Begriff „Inklusion" ist gemeint, dass alle Kinder in einer Einrichtung gemeinsam spielen, lernen und am Leben teilhaben. Dabei stehen die Bedürfnisse der einzelnen Kinder und Erwachsenen im Vordergrund und nicht die Gegebenheiten der Einrichtung. Kinder mit besonderen Bedürfnissen werden nicht in spezielle Einrichtungen abgegeben, vielmehr werden ihre Bedürfnisse im Kindergarten wahrgenommen und es wird darauf eingegangen.
Beitrag „Inklusion. Alle Kinder sind wertvoll"
Einen praxisorientierten Grundsatzbeitrag „Inklusion. Alle Kinder sind wertvoll“ finden Sie in der Fachpublikation „Erleben und Erfahren. Sinn, Werte und Religion in Kindertageseinrichtungen“ mit dem Thema https://shop.irp-freiburg.de/neue-publikationen/erleben-und-erfahren/werte-bilden-in-der-kita.html
Freies Spiel in der Kita - Inklusives Spiel
Ein Fachbeitrag der „Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte“ (WiFF) beschäftigt sich mit dem Spiel mit Gleichaltrigen in Kindergärten und Kitas (WiFF Expertisen, Band 49). Das freie Spiel wird hier als besondere Chance für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gesehen: Inklusives Spielen. Der Professor für Lernbehindertenpädagogik der LMU München Ulrich Heimlich betont in dem im August 2017 veröffentlichten Beitrag, dass bereits „Friedrich Fröbel dem freien Spiel eine besondere Bedeutung für die Gestaltung von Erziehungs- und Bildungsprozessen im Kindergarten ein. Dabei hat das Spiel nicht nur hohen Einfluss auf das Selbstbildungspotenzial der jungen Akteurinnen und Akteure, sondern erweist sich in der Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen (peers) als ureigener Ort für Teilhabe und Partizipation. Hier erleben Kinder Zugehörigkeit und machen Erfahrungen mit Aushandlungsprozessen unter gleichberechtigten Partnern. Damit Fachkräfte beim Blick auf das Spiel die Partizipationsmöglichkeiten von Kindern mit unterschiedlichen Voraussetzungen wahrnehmen und dieses inklusive Potenzial zur Entfaltung bringen können, ist ein tiefes und reflektiertes Verständnis vom freien Spiel erforderlich.“ Diese Erkenntnisse sind auch für den Bereich der religiösen Bildung und des religiösen Lernens in Kindergärten relevant.
Quelle:
https://www.weiterbildungsinitiative.de/publikationen/details/data/das-spiel-mit-gleichaltrigen-in-kindertageseinrichtungen/
Prof. Dr. Ulrich Heimlich hat zum „Inklusiven Spielen“ ein Interview gegeben:
https://www.weiterbildungsinitiative.de/index.php?id=1971
Die Weiterbildungsinitiative stellt die Publikation kostenfrei als PDF zum Download zur Verfügung:
https://www.weiterbildungsinitiative.de/uploads/media/WEB_Exp_Heimlich.pdf
Handbuch Inklusion. Grundlagen vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung, hrsg. von Petra Wagner (Freiburg 2013)
Petra Wagner ist Pädagogin und Direktorin des Instituts für den Situationsansatz in Berlin. Sie leitet die Fachstelle „Kinderwelten" für vorurteilsfreie Bildung und Erziehung. Sie hat dieses Buch herausgegeben, in dem die Beiträge verschiedener Fachleute einen guten Überblick rund um das Thema Inklusion bieten.
Aus dem Inhalt: „Das Handbuch fordert dazu auf, Kinder mit all ihren sozialen Identitäten zu sehen und nicht zuzulassen, dass sie wegen eines bestimmten Aspekts wie Behinderung, Hautfarbe, Geschlecht etc. herabgewürdigt oder ausgeschlossen werden. ... Die Vielfalt respektieren, der Ausgrenzung widerstehen: Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes verknüpfen beiden Anforderungen konsequent und bieten Grundlagenwissen für eine inklusive vorurteilsbewusste Praxis."
Die Religionswissenschaftlerin Christa Dommel hat den Beitrag „Religion - Diskriminierungsgrund oder kulturelle Ressource für Kinder?" beigetragen. Dort heißt es: „Inklusive Religions-Bildung bedeutet Dezentrierung von eigenen Selbstverständlichkeiten - nicht um sie aufzugeben, sondern um überhaupt fähig zu werden für einen Austauschprozess mit denjenigen, die anderes für selbstverständlich halten. ... Religiöse Rationalität, ein gleichermaßen emotionales wie kognitives menschliches Potenzial, ist als Bestandteil von kultureller Kompetenz ein Thema für alle."
Im Buch fehlt die Sichtweise, wie konkrete religiöse Bildung (z.B. durch das Menschenbild des Christentums und anderer Religionen oder der Wertesysteme der Religionen) inklusives pädagogisches Handeln begründen und bereichern. Das konnte in Frau Dommels Beitrag nun angerissen werden.
Das Buch gehört insbesondere in die Aus- und Fortbildung von pädagogischen Fachkräften.
Linktipp zur „Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte" zum Thema „Inklusion - Kulturelle Heterogenität in Kindertageseinrichtungen" mit dem Aspekt „Religion: Sozialisation und Bildung" (2013)
In Kindertageseinrichtungen nimmt die Erziehung zum Umgang mit kultureller und religiöser Vielfalt eine zunehmend wichtige Rolle ein. Die „Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte" (Wiff) hat zum Thema „Inklusion - Kulturelle Heterogenität in Kindertageseinrichtungen" ein Handbuch erstellt, das Grundlagen für die kompetenzorientierte Weiterbildung liefert.
Die „Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte" (Wiff) ist ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Jugendinstituts e.V. Die drei Partner setzen sich dafür ein, im frühpädagogischen Weiterbildungssystem in Deutschland mehr Transparenz herzustellen, die Qualität der Angebote zu sichern und anschlussfähige Bildungswege zu fördern.
Der Diözesancaritasverband Freiburg ist im Rahmen der Zertifizierungsinitiative Südbaden (ZIS) im Verbund mit der evangelischen Hochschule Freiburg sowie anderen Weiterbildungsträgern und den Fachschulen für Sozialpädagogik an WIFF angebunden. Die gemeinsamen Qualifizierungsempfehlungen des Landes, der Kommunalen Landesverbände und der Verbände der kirchlichen und freien Träger in Baden-Württemberg, die 2013 veröffentlicht wurden, nehmen explizit Bezug auf die Ergebnisse und Standards, die WIFF für die Fort- und Weiterbildung von Fachkräften in Kitas setzt.
In der Reihe Wegweiser Weiterbildung werden wichtige Qualifizierungsbereiche frühpädagogischer Fachkräfte erschlossen. Mit dem aktuellen Band 5 „Inklusion - Kulturelle Heterogenität in Kindertageseinrichtungen" (2013) ist ein Band erschienen, der auch den Aspekt der religiösen Vielfalt betrachtet. Besonders die Seiten 64-68 befassen sich mit der Frage nach dem Umgang mit der Religionszugehörigkeit von Kindern in Kitas. „Die Auseinandersetzung mit Themen von Religion und Weltanschauung sollte in allen Kindertageseinrichtungen als Unterstützung der Sozialisation in eine multireligiöse Gesellschaft angeregt werden." (S. 65) Die Ziele interreligiöser Bildung sind: „Die weltanschauliche bzw. religiöse Identität der Kinder stärken, den wertschätzenden Umgang mit religiöser Diversität fördern." (S. 65)
Inklusives pädagogisches Arbeiten betrachtet die Religionszugehörigkeit eines Kindes als ein Merkmal unter vielen Merkmalen auf das Erwachsene und Kinder mit Offenheit und Neugierde zugehen. Dieses Arbeiten ermöglicht Teilhabe.
Das Handbuch ist auf der Homepage von Wiff online gestellt und kann kostenfrei gelesen und auch als pdf-Datei heruntergeladen werden:
Buchtipp: Die 50 besten Spiele zur Inklusion (München 2013)
Kinder sind verschieden und haben doch vieles gemeinsam. Die Spiele, die die Psychologin und Fortbildungsreferentin Rosemarie Portmann zusammengestellt hat, stellen die Wahrnehmung des einzelnen Kindes von seiner Persönlichkeit her in den Vordergrund. In dem handlichen Büchlein sind Spiele zusammengestellt, die Gemeinsamkeiten erkennen lassen, die helfen Berührungsängste abzubauen, um besondere Fähigkeiten zu entdecken, um gemeinsam Spaß zu haben und Spiele die helfen, sich in ein Handicap einzufühlen (z.B. eine Sprache nicht sprechen können, sportliche Übungen mit der ungewohnten Hand ausführen, Blindenführung, Sitzfußball usw.). Dabei nimmt die Autorin bewusst auch viele bekannt Spiele auf (z.B. „Mein rechter, rechter Platz ist frei…“) und variiert sie ein wenig, um Gemeinsames unter Kindern bewusst zu machen. So treten Unterschiede in der Lebenssituation der Kinder, ihrer religiösen Prägung, ihrer körperlichen Merkmale, Behinderungen oder ihres Verhaltens in den Hintergrund. Die Persönlichkeit des Kindes wird wahrgenommen. Das ist die Basis für Akzeptanz und Toleranz und inklusives Arbeiten in pädagogischen Einrichtungen. Die Spiele sind überall sofort einsetzbar und für die Altersgruppe der 4-10jährigen Kinder geeignet.
Mehr Infos zum Buch beim Verlag
hier
Handreichung „Krabbelgottesdienste inklusiv“ (Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart 2012)
Die Handreichung „Einfach spitze, dass Du da bist! Krabbelgottesdiente einfach inklusiv“ gibt Tipps und Praxisimpulse für eine inklusive Gestaltung von Krabbelgottesdiensten (Gottesdienste mit Kindern in den ersten Lebensjahren). Eine inklusive Gestaltung meint, dass jedes Kind, ob Junge, Mädchen, unterschiedlicher Hautfarbe, mit oder ohne Behinderung, aus anderen Ländern usw. willkommen ist. Jeder bringt sich so ein, wie es möglich ist. Die Praxisimpulse orientieren sich am Kirchenjahr. Im Anhang ist eine Literaturliste mit Materialien, die einen ganzheitlichen Ansatz bei der religiösen Arbeit mit kleinen Kindern in den Blick nehmen.
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit beim Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart hier