Schutzengelfest 2. Oktober: Engel sind Boten Gottes
„Fürchte dich nicht!“, so beginnen die biblischen Geschichten, die von Engelsbegegnungen erzählen. Diese müssen wohl für die Menschen zunächst erschreckend gewesen sein. Über 300-mal wird in der Bibel von Engeln erzählt: Sie verkünden, trösten, stehen bei, begleiten oder erscheinen im Traum. All das hat nichts mit esoterischen Engelsvorstellungen zu tun.
In der Bibel sprechen und handeln Engel nicht aus sich heraus, sie sind vielmehr Boten Gottes. Das steckt schon im Namen: angelos heißt auf Deutsch der Bote. Besonders im 16. Jahrhundert wuchs die Wertschätzung von Engeln auch im Gottesdienst.
1670 hat Papst Klemens X. das Schutzengelfest auf den 2. Oktober gelegt. Dieses Fest, das die Kirche bis heute feiert, gründet auf biblischen Erzählungen: Abraham sagt einem seiner Knechte vor einer Reise zu, dass Gott seinen Engel vor ihm hersende, damit auf der Reise alles gutgeht (Gen 24,7). Als Jakob seine Enkel segnet, spricht er von seinem Engel (Gen 48,16). Im Buch Exodus verspricht Gott: „Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen.“ (Ex23,20) Der junge Tobias im Buch Tobit hat auf einer großen Reise einen Begleiter, der sich im Nachhinein als Engel herausstellt. Auch Jesus spricht von den Engeln der Kinder, die im Himmel stets das Angesicht Gottes sehen (Mt 18,10). Auf all diese Quellen stützt sich der Schutzengelglaube. Er vermittelt etwas von der Geborgenheit in Gott: Nach christlichem Verständnis zeigen Engel etwas von der Gottes Nähe, die auf eine unergründliche Art Schutz und Hilfe bedeutet. Dabei geht es nicht um magische Vorstellungen, sondern um religiösen Zuspruch.Das ist bedeutsam für Kinder und stärkt ihre Resilienz.
Im Kindergarten können Kindern diese Vorstellungen und biblischen Erzählungen zum kirchlichen Schutzengelfest bekannt gemacht werden. Damit werden Ziele und Anregungen aus dem Orientierungsplan (Bildungsfeld "Sinn, Werte und Religion") umgesetzt:
- „Was hilft den Kindern, eine positive Grundeinstellung zum Leben zu entwickeln? Wie trägt der Kindergarten dazu bei?“ (A6)
- „Wird den Kindern ein Zugang zur christlichen Erzähltradition eröffnet?“ (B6)
- „Wie können sich Kinder auch mit Gegebenheiten ihrer Lebenswirklichkeit beschäftigen, die nicht mess-, wieg-, und zählbar sind?“ (B6)
- „Wie erfahren Kinder, dass Geborgenheit auch durch religiöse Gesten und Zeichen entstehen kann?“ (C6)
Heike Helmchen-Menke
In der IRP-Publikation „Spielend zu Gott" aus der Fachreihe „Erleben&Erfahren. Sinn, Werte und Religion in Kindertageseinrichtungen" hat die Erzieherin Ute Leonhard Praxisanregungen zum Umgang mit Kinderfragen rund um das Thema Engel und Schutzengel gegeben. Darin zeigt sie, wie man auf der Bedürfnis von Kindern eingehen und religiös relevante Fragen der Kinder aufgreifen kann:
* Fragen, die im Freispiel der Kinder entstehen religionssensibel aufgreifen
* Kinder Schutzengelgebet kennenlernen lassen
* Im Rahmen des Philosophierens und Theologisierens mit Kindern Gespräche über Schutz und Schutzengel initieren
* Besuch einer örtlichen Kirche, um mit den Kindern Engeldarstellungen zu suchen und darüber zu sprechen.

Näheres in der Ausgabe „Spielend zu Gott" (Seite 43 und 44):
