Die Feste Allerseelen und Allerheiligen bieten Anknüpfungspunkte, um sich in der Kita mit dem Sterben und der Frage nach dem Leben nach dem Tod zu befassen.
Buchtipp zu Allerheiligen: Von den Heiligen den Kindern erzählt
Kindgemäße Erklärungen zum Verständnis von heilig sein und Heiligen, zur Heiligenverehrung, Namenstagsfeiern und Allerheiligen bietet Cornelia Pieper in "Von den Heiligen den Kindern erzählt" (Butzon & Bercker, 2002). Verona Marliani-Eyll und Markus Trautmann haben in "Halloween christlich feiern. Ideen für Familie, Kindergarten und Schule" zahlreiche konkrete Impulse für die Vorbereitung und Möglichkeiten der Feier des Allerheiligenfestes zusammengestellt. Auch die Anregungen für ältere Kinder bieten für die Gestaltung in Kindertageseinrichtungen gute Ideen. Im Angang finden sich Informationen zum Fest und eine Gegenüberstellung der zentralen Gedanken die jeweils das Allerheiligenfest und das Halloweenfest ausmachen. Bettina Herrmann und Sybille Wittmann legen in ihrem Buch "Von Heiligen und anderen Menschen wie ich. Modelle zur religiösen Werteerziehung in Kita und Gemeinde" den Schwerpunkt auf die wertebildende Vorbildfunktion klassischer Heiliger für Kinder von heute. Die Modelle (u.a. über Josef, Katharina, Sophia, Benedikt, Teresa, Leonard, David) eignen sich besonders für (Jahres-)Projektarbeit. Mehr Informationen beim Verlag Butzon & Bercker.
Allerseelen (2. November)
Das Fest Allerseelen bietet auch Raum für die Trauer um verstorbene Angehörige, Kinder oder Mitarbeiter/innen einer Kindertageseinrichtung.
Für Kinder ist es wichtig zu erfahren, dass die, die auf dem Friedhof beerdigt wurden, dort nicht wohnen. Vielmehr feiern wir an Allerseelen, dass die Toten bei Gott sind. Diese Zusage ist der Kirche ein eigenes Fest wert. Papst Johannes XVIII hat Allerseelen vor über 1000 Jahren als allgemeines Seelengedächtnis in der Kirche eingeführt. Die evangelischen Christen gedenken ihrer Verstorbenen am Totensonntag. Wir können auch heute Kindern vermitteln, dass wir mit den Menschen, die schon gestorben sind, verbunden sind. Die Toten sind nicht einfach abgeschrieben. Die Toten zeigen uns, wo unsere Wurzeln sind, wo wir herkommen. Und sie erinnern uns daran, dass auch wir sterben werden. All das können Kinder erleben und erfahren, wenn sie das Totengedenken mitfeiern.Im Herbst ist das Totengedenken bei den Kirchen aber auch in der Gesellschaft verankert. Beim Allerseelenfest am 2. November gedenkt die katholische Kirche aller Verstorbenen.
Die Evangelischen Christen feiern ihr Totengedenken am Ewigkeitssonntag, dem Totensonntag, dem dritten Sonntag im November.
Der Volkstrauertag am 18. November ist ein staatlicher Gedenktag. Hier gedenken die Menschen der Toten, die in den beiden Weltkriegen gefallen sind und der Opfer von Gewaltherrschaft. Der Tag ist so auch ein Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden.
(Heike Helmchen-Menke)
Praxiseinheit für den Kindergarten: „Wohin gehen die Toten?"
Wer in der Kita einen christlichen Impuls zum Totengedenken setzten möchte, kann eine Praxiseinheit im IRP-Fachpublikation „Abschied, Tod und Trauer in der Kita“ verwenden. Die gottesdienstliche Einheit „Wohin gehen die Toten?“ ermöglicht es den Kindern, die biblischen Bilder von der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod kennen zu lernen. Die Kinder erleben damit auch einen Bezug zu ihren eigenen Erfahrungen mit der Konfrontation von Tod und Abschied.
Mehr zur Publikation (Beschreibung, Inhaltsverzeichnis, Editorial usw.) auf unserer Shop-Seite:
Buchtipp zum Thema Tod: Antje Damm, Füchslein in der Kiste (2020)
Antje Damms sensibles Buch über Abschied und Tod "Füchslein in der Kiste"
Die Jury des katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises hat für 2021 eine
Empfehlungsliste bekannt gegeben. Der diesjährige Schwerpunkt liegt auf Büchern, die Halt und Orientierung in der Krise geben können. Diese Bücher bringen die christliche Botschaft und lenken den Blick auf das, was im Leben zählt. Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt in schweren Zeiten sind Themen, die in den Büchern vorkommen. Für den Elementarbereich sticht das Buch von Antje Damm „Füchslein in der Kiste“ heraus.
Die Jury legt die Aufnahme des Buches auf die Empfehlungsliste dar: „Die Kaninchen, die friedlich auf der Lichtung mit den alten Grabsteinen leben, sind nicht besonders erfreut über den Fuchs, der, beladen mit einer schweren Kiste, eines Tages bei ihnen auftaucht. Doch der alte Fuchs ernährt sich schon lange nur von Tomatensuppe, weil er nicht mehr beißen kann. Aus dem anfänglichen Misstrauen der Kaninchen wird schon bald Neugier und Wertschätzung. Begeistert lauschen sie seinen Geschichten und lernen viel von dem lebenserfahrenen Tier. Auch dem alten Fuchs tun die gemeinsamen Unternehmungen gut. Er ist dankbar für die Zuneigung und Unterstützung seiner jungen Freunde, die an seinem Beispiel erfahren, wie man zufrieden und hoffnungsfroh sterben kann. Am Ende erhält er ein würdiges Begräbnis und wird durch seine Geschichten für immer in Erinnerung bleiben. In kleinen Szenen mit gezeichneten, dann ausgeschnittenen und in einem lebendig ausgestalteten Diorama sehr plastisch inszenierten Figuren erschafft Antje Damm eine ganz eigene künstlerische Welt. Auf dieser Bühne erzählt sie wunderbar leicht und gerade deshalb nachhaltig beeindruckend vom Leben und von der Freude des Miteinanders, vom Abschiednehmen und Sterben und von der tröstlichen Erwartung dessen, was nach dem Tod kommt.“
Das Buch bietet für Kinder im Kindergartenalter einen sehr guten Zugang zum Thema Trauer, Tod und Abschied und sollte in allen Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen vorhanden sein.
IRP-Freiburg, Referat Elementarpädagogik, Heike Helmchen-Menke, Referentin für Elementarpädagogik
Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Moritz Verlages:
https://www.moritzverlag.de/Alle-Buecher/Fuechslein-in-der-Kiste.html Bilderbuchtipp: Das Leben und ich. Eine Geschichte über den Tod. Berlin 2017.
Dieses Buch von Elisabeth Helland Larsen vermittelt auf berührende Weise, wie Tod und Leben zusammenhängen. „Ich bin der Tod. So wie das Leben Leben ist, bin ich der Tod“, sagt die freundlich wirkende Gestalt auf dem Fahrrad. „Manche Menschen zünden Kerzen an, wenn sie mich kommen sehen. Andere ziehen die Gardinen zu und hoffen, dass ich vorübergehe.“ Die Gestalt des Todes wird in diesem Buch als fürsorglich und empathisch gezeigt. Wenn der Tod die Menschen holt, dann stützt er sie, leuchtet ihnen den Weg. Beim Tod von kleinen Kindern heißt es, dass er sie trägt „fest an meine Brust gedrückt, während ich sanft und leise eine Melodie summe.“ Den ungeboren Verstorbenen erzählt dieser Tod alles über das Leben und die Liebe „und darüber, in den Herzen der anderen weiterzuleben.“ Und der Tod erzählt, von all den Fragen, die die Menschen haben: „Kommen sie in den Himmel?“, „Werden sie wiedergeboren?“. Der Tod sagt: „Ich gebe jedem eine Antwort. Ich halte nichts verborgen oder geheim.“ Es wird deutlich, dass der Tod im Kreislauf des Lebens dazugehört, um Platz zu schaffen für alles, was Wurzeln schlägt und wächst und für all jene, die auf unserer Erde geboren werden. „Das Leben und ich wohnen zusammen in jedem einzelnen Körper […] und stehen zusammen hinter allen Türen, die geöffnet werden.“ Auch gibt der Tod all denen, die Angst vor ihm haben eine Hoffnung mit: „Liebe kann Trauer und Hass vertreiben. Liebe stirbt nie, selbst wenn sie mich trifft.“ Poetischer ist die biblische Verheißung „Die Liebe hört niemals auf“ selten in einem Kinderbuch formuliert worden. Voller Freundlichkeit, Selbstverständlichkeit und mit warmherzigen Bilder der Illustratorin Marine Schneider gibt dieses Bilderbuch zahlreiche Anlässe, um mit Kindern über das Leben und den Tod zu philosophieren und zu theologisieren.
(IRP-Referentin für Elementarpädagogik Heike Helmchen-Menke)
Mehr Informationen auf der Verlagsseite von Kleine Gestalten:
Buchtipp: Wo die Toten zu Hause sind
Ein außergewöhnliches Bilderbuch von Christine Hupka greift verschiedene biblische Bilder zur Frage nach dem Leben nach dem Tod auf: "Wo die Toten zu Hause sind", (Verlag Tyrola 4. Aufl. 2010). Die Toten werden auf dem Friedhof zwar beerdigt, aber sie wohnen dort nicht. Vielmehr wohnen die Toten bei Gott. Hier wird das Bibelwort von dem Haus mit den vielen Wohnungen in fröhlichen Bildern anschaulich dargestellt. So erschließt das Buch auf kindgemäße Weise die christlichen Hoffnung von der Auferstehung und dem Leben nach dem Tod. Es regt Kinder zu eigenen Überlegungen hat und vermittelt ohne Verharmlosung, dass im christlichen Glauben das Leben eines jeden Menschen mit allen seinen Höhen und Tiefen bei Gott aufgehoben ist. Im Anhang finden sich für Erwachsene grundlegende Überlegungen über Trauerprozesse bei jüngeren Kindern. Eine äußerst anregende Auseinandersetzung für Kinder ab 4 Jahren und pädagogisches Fachpersonal! Mehr zum Buch beim Tyrolia-Veralg: hier
Buchtipp: Gemeinsam trauern. Ideen für Familie, Kindergarten und Grundschule
Edda Reschke hat in "Gemeinsam trauern. Ideen für Familie, Kindergarten und Grundschule", (Lahn-Verlag, 2. Aufl. 2010) eine sehr gute Sammlung von kreativen Methoden zur gemeinsamen Trauerbewältigung vorgelegt. Auch zur Vorbereitung und Gestaltung des Allerseelenfestes werden gut umsetzbare Anregungen gegeben.
Buchtipp: Von Sterben, Tod und Trauer den Kindern erzält
Georg Schwikart schreibt in "Von Sterben, Tod und Trauer den Kindern erzählt" (Butzer & Bercker, 2010) behutsam über den Vorgang des Sterbens, des Umgangs mit den Toten, der Trauer(-kultur) und den Vorstellungen über das Leben nach dem Tod. Die Bilder sind auch für jüngere Kinder ansprechend und eignen sich, um mit ihnen über das sensible Thema ins Gespräch zu kommen. Der Text bietet Erwachsenen hilfreiche Gedanken für ein solches Gespräch.