Musik im Religionsunterricht

12.09.2014 | Themen im Religionsunterricht

über Jahrtausende und über Kultur- und Völkergrenzen hinweg waren Religion und Musik immer schon miteinander verbunden. Kunst ging aus der Liturgie hervor, Kultur aus dem Kult. Erstaunlich ist, dass dieses Faktum in der Religions- wie in der Musikwissenschaft nicht immer Berücksichtigung findet, die Theologie ihren Blick vorwiegend auf die Musik im liturgischen Kontext einschränkt und sich die Religionspädagogik immer noch zögerlich an das Medium Musik heranwagt.

Dabei begeistert Musik Menschen jeden Alters – und auch uns motivierte für die Arbeit an diesem Heft die eigene Begeisterung.
Das stark ausgeprägte Musikinteresse Jugendlicher ist empirischen
Untersuchungen zufolge unabhängig von Geschlecht und Schichtzugehörigkeit. Musikhören ist die bevorzugte Freizeitbeschäftigung und dank des technischen Fortschritts nahezu ständig möglich. Allerdings: Auch wenn es einer Allensbach-Studie zufolge für 73 Prozent der befragten Jugendlichen in einer idealen Welt Rockmusik geben muss, haben wir uns in diesem Heft ganz bewusst auf andere Arten von Musik, auf andere Stilrichtungen beschränkt. Dies erfolgte nicht aus einer Ablehnung heraus, sondern begründet und auf der Grundlage eigener Unterrichtserfahrungen.
Bei der Ausarbeitung der Unterrichtsbausteine waren mehrere Gesichtspunkte leitend: Zum einen war es uns wichtig jeweils deutlich zu machen, worin der spezifische religionspädagogische Wert liegt, wenn mit einem Musikstück im Religionsunterricht gearbeitet wird. Zum anderen sollten musikwissenschaftliche Analysen im Hintergrund stehen, Expertenwissen nicht so weit dominant werden, dass es davor abschreckt, mit Musik im Religionsunterricht zu arbeiten. Schließlich sollten die selbst erprobten Bausteine möglichst unterrichtstauglich beschrieben werden; deshalb wurde der Ver- such unternommen, konkrete Zielsetzungen sowie Verlaufspläne bis hin zu möglichen Tafelbildern vorzuschlagen, die aber situationsbedingt immer zu modifizieren sind. Entstanden ist ein buntes Kaleidoskop an Unterrichtsideen, mit dem wir zum Ausprobieren anregen wollen und vor allem Mut machen möchten, nach weiteren Möglichkeiten,  Musik im Religionsunterricht einzusetzen, Ausschau zu halten. Bei der Anordnung der Unterrichtsbausteine war weitgehend der Aspekt der Schulstufenzuteilung leitend. Dass das nicht immer trenn- scharf erfolgen konnte, ist der Eigenart mancher Bausteine geschuldet. Eine differenzierte Übersicht mit der Zuordnung der einzelnen Unterrichtsideen zu möglichen Bereichen bzw. Dimensionen, Schulstufen und thematischen Bezügen finden Sie auf den Seiten 14 und 15. Beim Unterrichtsbaustein „Musik und Umgang mit der Zeit“ waren Hinweise von Rainer O. Neugebauer, John-Cage-Orgelstiftung Halberstadt, hilfreich.
 
Die Publikation von 2014 ist im IRP-Shop unter der Artikel-Nr. 7208 zu erwerben.