Gotteswort in Menschenwort

12.09.2011 | IRP Impulse

Die Aufsätze der Publikation gehen der Frage nach, wie Religionsunterricht heute geplant und vorbereitet weren kann, damit sinnstiftendes religiöses Lernen möglich wird.

Die Bibel sei, so betont der Trierer Religionspädagoge Franz W. Niehl, ein vielgesichtiges Buch: Ur-Kunde jüdischen und christlichen Glaubens, vielfältig verwoben in die Kulturgeschichte Europas, zugleich Dokument der Weltliteratur sowie Orientierungsgröße und Maßstab zur Lebensgestaltung aus dem Glauben. Dem können Religionslehrerinnen und Religionslehrer wohl nur zustimmen. Wenn es aber um ihr konkretes Bemühen geht, Schülerinnen und Schüler mit biblischen Zeugnissen ins Gespräch zu bringen, dann stellt sich die Sache doch ein wenig anders dar. Thomas Meurer, der im letzten Jahr verstorbene Karlsruher Religionspädagoge und Exeget, hat dies wie folgt beschrieben: „Gästen schmeckt es nicht. Dieses Gefühl kennen die meisten Religionslehrerinnen und Religionslehrer, wenn es um didaktische Gerichte geht, die sie mit großer Ambition ihren Schülerinnen und Schülern vorsetzen. Die Adressaten ihres
bibeldidaktischen Bemühens scheinen keinen rechten Hunger nach dem‚Wort, das aus Gottes Munde kommt‘ (Mt 4,4; Dtn 8,3), zu verspüren. Sie leben ganz offensichtlich von einem ganz anderen Brot, das sie schon ausreichend sättigt, und finden die biblische Speise eher staubtrocken, abgestanden und fad.“
Diesem offenkundigen Spannungsfeld ist unsere Herbstausgabe der IRP-IMPULSE „Gotteswort in Menschenwort“ gewidmet. Mit den Beiträgen von Johanna Rahner, Roman Siebenrock und Bruno Rieder wirft sie mit ihrem Schwerpunktthema drei Schlaglichter auf das, was Bibel dem glaubend hörenden Menschen sein kann und wie er sich ihr annähern kann. Dies im Blick auf Religionslehrerinnen und Religionslehrer, ihren Auftrag und ihre eigene Glaubensverortung zu entfalten und zu vertiefen, ist Anliegen der didaktischen Überlegungen von Georg Steins und des erfahrungsbezogenen Beitrags von Debora Decker.
Die Ansätze der Osnabrücker Projektgruppe „Bibel und Didaktik“ (Georg Steins, Thomas Nauerth und Nicole Baumeister) und von Bettina Eltrop (Katholisches Bibelwerk) geben Anstoß dafür, wie Begegnung und Gespräch mit biblischen Texten im Religionsunterricht möglich werden kann.
Neben aktuellen Entwicklungen in der Schule, beobachtet von Wolfgang Weinzierl und Alfons Theis, einem bibeltheologischen Unterrichtsbaustein für die Sekundarstufe II von Bernhard Oßwald und den gewohnten Informationsrubriken zu Internet, Medien und Literatur, freuen wir uns, Ihnen unter IRP intern „alte“ Gesichter in Erinnerung rufen zu können und „neue“ vorzustellen:
Msgr. Dr. Alwin Renker, langjähriger Direktor des Instituts, feierte mit Weggefährten seinen 80. Geburtstag. Ihm gelten unsere herzlichen Glück- und Segenswünsche. Mit Brigitte Muth-Detscher (Referat Sonderschulen) und Dr. Stefanie Schneider (Referat Berufliche Schulen) haben in diesem Schuljahr zwei neue Kolleginnen ihren Dienst im IRP angetreten. Wir freuen uns auf eine gedeihliche Zusammenarbeit und wünschen viel Erfolg.
Die Herbstsausgabe 2/2011 ist im IRP-Shop unter der Artikel-Nr. 7110 zu erwerben.