Kinder sind geborene Philosophen und ihre Neugier ist grenzenlos. Die großen Fragen des Lebens, warum etwas so und nicht anders ist, laden zum Mit- und Weiterdenken ein. Julia Knop begleitet als Professorin für Dogmatik mit ihrem neu aufgelegten Buch Kinder auf dieser spannenden Reise durch die großen Themen der Philosophiegeschichte und warnt in ihrem Vorwort zu Recht davor, dass Vorsicht geboten ist: Denn je mehr man sich mit den großen Fragen beschäftigt, umso größer werden sie.
Julia Knop, Philosophie für Kinder
Die großen Fragen des Lebens
Mit Philosophie für Kinder, Die großen Fragen des Lebens von Julia Knop hat der Herder-Verlag nach zehn Jahren das Buch, Die großen Fragen, Philosophie für Kinder, zugleich grafisch und inhaltlich überarbeitet und durch Meike Töpperwien neu illustriert. Die Neuauflage beschränkt sich auf den ersten Teil des Buches und spart den zweiten Teil über Die großen Fragen der Menschen, Ethik für Kinder aus. Der Seitenumfang des Buches reduziert sich dementsprechend von ursprünglich 188 auf nunmehr 109 Seiten. Unabhängig davon wurde der Text an vielen Stellen sinnvoll gekürzt, indem z.B. sprachwissenschaftliche Begriffserläuterungen oder kleinere literarische oder biblische Textzitate oder geistesgeschichtliche Hintergründe weggelassen wurden. Der Text wird in der Neuauflage grafisch aufgearbeitet dargeboten, so dass inhaltliche Exkurse wie z.B. Info-Boxen und zusätzliche Beispiele aus dem normalen Textfluss herausgenommen und als solche gekennzeichnet werden. Statt des einheitlich schwarzen Schriftbildes nutzt die neue Grafik des Buches jetzt den Farbwechsel als zusätzliche Gliederungshilfe des Textes. So sind manche Textpassagen grün und andere orange gesetzt. Theologisch wurde diversitätssensibel an einigen Stellen nachgesteuert, so dass z.B. beim Thema Liebe auch die gleichgeschlechtliche Liebe (S. 32) erwähnt wird. Die Genderthematik wird aufgegriffen, wenn es im Kapitel über Frauen und Männer heißt, dass es auch Menschen ohne Geschlecht gibt, oder Menschen, die sich im falschen Körper fühlen. (S. 29) Das Wort Indianerjunge wurde zu Recht in der überarbeiteten Version als Fremdbezeichnung der Kolonialisten gestrichen. Beim Thema Was kommt nach dem Tod werden neben den traditionellen Bestattungsformen auf dem Friedhof jetzt auch die Wald- und Meeres-Beisetzung aufgeführt.
Insgesamt erleichtert das neue Erscheinungsbild der nach wie vor anspruchsvollen Texte Kindern im Grundschulalter das eigenständige Lesen. Als Philosophie für Kinder sind die Texte m.E. dennoch von so hoher Dichte, dass Kinder damit beim Alleine-Lesen überfordert wären. Im dialogischen Miteinander zu Hause im familiären Kontext oder im schulischen Umfeld zusammen mit einem Erwachsenen können die einzelnen Texte oder Kapitel einen wichtigen Ort im philosophischen Gespräch zwischen Erwachsenen und Kindern bekommen. Eine Lehrkraft kann z.B., wenn im Religionsunterricht einige von den großen Fragen aufgeworfen werden, einzelne Abschnitte aus dem Buch gezielt auswählen und mit den Kindern einer Klasse besprechen. Denkbar ist auch, besonders philosophisch interessierten Kindern ab Klasse 3 im Rahmen einer inneren Differenzierung die Lektüre einzelner Textabschnitte zu empfehlen und auf Referatsbasis der Lerngruppe präsentieren zu lassen. Das austauschende Gespräch mit einem Erwachsenen halte ich dabei aber immer für unerlässlich.
Weitere Informationen zu dem Buch finden Sie auf der Homepage des Herder-Verlages hier.